9. Kölsch-Literaturwettbewerb

Das ‘kölsche Hätz’ mit Liebe zum Brauchtum schlug auch beim 9. Kölsch-Literaturwettbewerb in Rösrath. Acht Finalisten unterhielten das Publikum mit lustiger, aber auch nachdenklicher Lyrik und Prosa in kölschem Zungenschlag im Bergischen Saal von Schloss Eulenbroich. Der vom Rösrather Kulturverein und der Rembold Stiftung gemeinsam veranstaltete Wettbewerb hat inzwischen einen festen Platz in der rheinischen Literatur-Szene. Aus den eingereichten Verzällcher und Rümcher hatte die Jury unter Vorsitz von Rita Goldammer vom Kölner Altermarktspielkreis in einem anonymisierten Verfahren die Top vier in jeder Sparte ausgewählt. Nach den Vorträgen stimmten die Zuhörer über die Platzierung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer ab.

In der Sparte Prosa gewinnt Harald van Bonn die Herzen der Zuhörer mit seinem Verzällcher „Mir jefällt et prima“. In der einfühlsam vorgetragenen Geschichte geht es um die 83-jährige Trina, die nach dem Tod ihres Mannes in ein Altersheim zieht und dort den jungen Pfleger mit ihrer positiven Einstellung zum Leben aufrüttelt. Die Kernaussage von Trine: „Eigentlich haben wir zwei Leben, das zweite fängt an, wenn wir begreifen, dass wir nur eines haben.“

Platz zwei geht an Sandra Dorlöchter für ihre Geschichte über die wunderbare Vorstellungskraft von Kindern. In „De Handschoh“ erklärt ihre Tochter, warum ihr die ausrangierten Handschuhe des großen Bruders passen mit der einfachen Feststellung „Handschuhe werden im Laufe der Zeit eben immer kleiner“.

Eindeutig zweideutig dreht sich bei Werner Hecker alles ums „Esse un Drinke“. In einer wortwitzigen Abfolge verknüpft er bekannte Sprichworte in neuen Zusammenhängen und ermuntert das Publikum über den Tellerrand ‚rauszulure‘, dicht dahinter folgt Georg Schultens mit seinen Überlegungen zu Chancen und Risiken von „ChatGPT un KI“ – von der Kölschen Sproch verstehe die KI allerdings rein gar nichts, so der Praxistest des Autors.

In der Gattung Lyrik überzeugt der Krätzchensänger Klaus Jansen mit seinem Rümcher „Wie e Ruseblatt em Rhing“.  Gefühlvoll nimmt er die Zuhörer mit auf seine Reise durch das Tal der Trauer, die Hommage an eine geliebte Person und reimt sich von der Resignation zu neuem Lebensmut und Zuversicht.

Mit schauspielerischem Talent zieht Bernd Imgrund das Publikum in seinen Bann. Im Rümcher „Spezial-Schabau Maat hösch“ beschwört er mit einem Augenzwinkern die Kölsche Lebensphilosophie, die Dinge nicht zu überstürzen und bei einem Schluck Schabau die Ruhe zu bewahren. Platz drei geht an Patrick Lülsdorf für das Gedicht „die Sproch“, in dem sich der Musiker zur Kölschen Mundart als Sprache seines Herzens und seiner Träume bekennt. Patz vier belegt das Rümcher „Dä Mähroboter“ von Friedrich W. Olpen, in Abwesenheit vorgetragen von Rita Goldammer.

Nach Auszählung aller Stimmen überreichte Stifter Dr. Jürgen Rembold die Urkunden und symbolischen Schecks an die Preisträgerinnen und Preisträger.

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